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Das menschliche Verteidigungssystem gegen Freie Radikale stammt aus der Frühgeschichte der Menschheit. Wissenschaftler gehen davon aus, dass antioxidativer Schutz – also ein Abwehrsystem gegen Freie Radikale – in dem Augenblick notwendig wurde, als Lebensformen begannen, das schützende Medium Wasser als natürliches Lebensraum zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt waren Lebewesen zum ersten Mal der massiven Einwirkung von Sauerstoff und Licht ausgesetzt und damit der Entstehung Freier Radikale. Jahrhunderttausende lang war meist ein natürliches Gleichgewicht gewahrt zwischen der Entstehung von
Freien Radikalen und dem natürlichen menschlichen Schutzsystem. Dieses Gleichgewicht ist unter den heutigen Lebensbedingungen nicht mehr gewährleistet. Die geschätzte durchschnittliche Lebenserwartung für das Jahr 2050 liegt bei ca. 80 Jahren. Nach Meinung einiger Forscher könnten Menschen ca. 690 (Ness/ Williams) bzw. ca. 800 Jahre alt werden (Pearson/ Shaw), wenn uns nicht äußere Faktoren viel früher altern oder krank werden und sterben lassen würden. [11] Angesichts unserer Lebensumstände ist also einerseits das antioxidative Schutzsystem unseres Körpers nicht mehr ausreichend. Andererseits steigt die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen ständig an, so dass unser Schutz also besser und länger funktionieren müsste, als er von Natur aus angelegt ist. Antioxidantien - das menschliche Verteidigungssystem gegen Freie Radikale Wir können davon ausgehen, dass Menschen ursprünglich ungekochte Nahrung gegessen haben. Die
Entdeckung und Nutzung des Feuers wird zwar als großer Schritt in der menschlichen Entwicklung betrachtet, aber sie hat den Preis, dass wir zunehmend mehr Nahrungsmittel in gekochter Form zu uns
nehmen. Beim Kochvorgang werden die natürlichen Antioxidantien wie Vitamine oder negative Wasserstoff-Ionen zerstört. Obst und Gemüse enthalten in roher Form zahlreiche Antioxidantien, die unser
Schutzsystem aufrechterhalten könnten, wenn sie in genügender Menge aufgenommen werden würden. Als die wichtigsten Antioxidantien gelten die Vitamine A, C und E, der Mineralstoff Selen und Bioflavonoide [12] Aber selbst wenn wir uns wieder überwiegend von rohem Obst und Gemüse ernähren würden, wäre heute – ganz abgesehen vom gestiegenen Bedarf – eine ausreichende Versorgung nicht mehr zu gewährleisten. Nicht nur Erhitzen und Kochen von Nahrungsmitteln bringt einen massiven Verlust an natürlichen Antioxidantien mit sich, auch andere Verarbeitungsmethoden sowie die Lagerung unserer Nahrungsmittel vermindern deren antioxidativen Wert ständig. Negativ geladener Wasserstoff verflüchtigt sich z. B. schon beim Kontakt mit Metall wie z. B. einem Messer oder einem Edelstahltopf. [13] Aber nicht nur durch Erhitzen, Lagerung und Zubereitung gehen Vitamine und Nährstoffe in unserer Nahrung verloren. Der Vitamingehalt in Obst und Gemüse ist abhängig von Sonnenbestrahlung, Reifegrad und Erntezeitpunkt. Heimisches Gemüse und Früchte der Saison, die möglichst reif geerntet werden, haben einen völlig anderen und deutlich höheren Nährstoffgehalt als Treibhausprodukte. Angesichts von importierten exotischen Früchten, Fisch und Meeresfrüchten sollte es heute eigentlich leichter als früher sein, sich vitamin- und mineralstoffreich zu ernähren. Allerdings hat der Nährstoffgehalt in den einzelnen Früchten oder Gemüse im Vergleich oft drastisch abgenommen. So hat sich z. B. der Gehalt an Selen, einem wichtigen Antioxidans, in unserem Getreide stark vermindert. [14] Kohl z. B. enthielt früher große Mengen an Vitamin C. Mit den jetzigen Anbau- und Verarbeitungsmethoden enthält er keines mehr. [15]
Nach heutigen Messungen nimmt der Mineraliengehalt bei kultiviertem Früchten und Gemüse alle 20 bis
25 Jahre um etwa die Hälfte ab, während die Pestizidrückstände alarmierend zunehmen.[16, 17] Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) hält den täglichen Verzehr von 200 – 250 g Gemüse, 75 g Rohkost und ca. 200 – 250 g Obst, verteilt auf 5 Mahlzeiten, für ausreichend. Empfohlen werden dabei dunkelgrüne und orangefarbene Gemüsesorten, möglichst Obst und Gemüse der Saison, das reif geerntet und bald darauf verzehrt wird. [18] Der Orthomolekularmediziner Dr. Budweg kommentiert diese Empfehlung folgendermaßen: Heutzutage besteht nicht nur wegen der gestiegenen Belastung durch Umweltfaktoren ein deutlich höherer Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Durch moderne Anbaumethoden, Ernte vor der Erreichung des natürlichen Reifegrads und industrieller Verarbeitung unserer Nahrung können wir von einem massiven Nährstoffverlust ausgehen. Wir essen in Deutschland mittlerweile zu ca. 75% industriell verarbeitete Kost, in den USA sind es sogar 95%. [20] Hierbei geht es nicht nur um Fertigmahlzeiten und Tiefkühlgerichte. Auch Brot aus herkömmlichen Bäckereien ist mittlerweile meist ein Industrieprodukt, das je nach Brotsorte mit einer Auswahl aus 1000 Chemikalien ‚verfeinert’ wird. [21] Schätzungen gehen dazu noch davon aus, dass 99 Prozent aller Brot- und Backwaren unter Verwendung gentechnisch veränderter Inhaltsstoffe hergestellt werden. [22] Wir befinden uns also in einer paradoxen Situation: Einerseits sollten wir aufgrund einer erheblich gestiegenen Belastung größere Mengen an Vitalstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen zu uns nehmen. Andererseits lässt sich dieser Bedarf über unsere Nahrungsaufnahme immer weniger decken, weil unsere Nahrungsmittel zunehmend weniger Vitalstoffe enthalten. Linus Pauling, der einzige Mensch, der zweimal einen ungeteilten Nobelpreis erhielt (1954 den Nobelpreis für Chemie und 1963 den Friedensnobelpreis), lehrte in Pasadena am California Institute of Technology und an der Stanford University. Er schrieb: „Die optimalen täglichen Vitaminmengen sind bei weitem größer als die Vitaminmengen, die wir mit unserer täglichen Nahrung zu uns nehmen können, auch wenn wir uns auf eine besonders vitaminreiche Kost einstellen. Um die Vitaminmengen zu erhalten, die wir brauchen, um bei bester Gesundheit zu bleiben, müssen wir zusätzliche Vitaminpräparate einnehmen.“ [23] Pauling ging davon aus, dass eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen heute für die meisten Menschen als Gesundheitsprophylaxe unverzichtbar ist. Prof. Paulings Konzept in die Praxis umgesetzt bedeutet, dass dem Körper täglich eine bestimmte Dosis Vitamine und Mineralstoffe zur Erhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit über Nahrungsergänzung zugeführt werden muss. Selbst für Hundefutter wird inzwischen damit geworben, dass es eine ‚ausgewogene Nährstoffauswahl und Antioxidantien’ enthalte! [24] Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben mittlerweile Prof. Paulings Konzept untersucht und bestätigt. Sie haben unter anderem gezeigt, dass eine gute Versorgung bzw. Ergänzung mit Antioxidantien eine Senkung der Neuerkrankungsrate von Krebs von bis zu 50 Prozent bewirken kann. [25] Dr. Walter Rathgeber schreibt dazu: „Freie Radikale stellen sozusagen die „natürliche“, unvermeidbare Grundbelastung menschlichen Lebens dar. Zum Schutz vor dieser Grundbelastung verfügt der Organismus über antioxidative Schutzsysteme. Diese reichen freilich zum Schutz vor dem zusätzlichen Anfall Freier Radikale in einer total verschmutzten Welt nicht aus. Diese wissenschaftliche Tatsache ist der Grund für die Notwendigkeit, Antioxidantien zusätzlich umfassend und hochdosiert dem Organismus zuzuführen.“ [26]
[11] http://amor.rz.hu-berlin.de/~h0444wkz/altern.htm
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